Magische Hexen-Kürbissuppe zu Halloween
Geschichte und Rezept für eine schaurig-leckere Suppe aus Kürbis
12.08.2008
Shermin Arif
Viele ziehen ja entsetzt die Zähne hoch, wenn das Wort Kürbis auch nur fällt. Zu tief sitzen die kindlichen Traumata, die „Kürbis süß-sauer eingelegt“ vor Jahrzehnten regelrecht in die Köpfe gepflanzt hat. Aber heutzutage ist ja vieles anders – und im Falle von Kürbisgerichten auch sehr viel schmackhafter. Inzwischen ist eine große Vielfalt an unterschiedlichen Sorten fast in jedem größeren Supermarkt oder Bioladen erhältlich. Wurden Hokkaido, Patisson, Spaghettikürbis und Butternut vor zehn bis fünfzehn Jahren noch recht skeptisch aus sicherer Entfernung beobachtet, haben sie inzwischen viele Liebhaber und Fans gefunden – darunter auch Menschen die früher so gar nichts mit den vielfältigen Feldfrüchten anfangen konnten.
Mit diesem Rezept kann man eigentlich gar nicht daneben liegen. Selbst Kinder und Erwachsene Kürbis-Antipathen löffelten diese, in ihrem Geschmack fast orientalisch-fruchtige Suppe auf vielen Halloween-Parties mit größtem Genuss.
Der Hokkadio-Kürbis
Die einfachste Zubereitungsart dieser Hexen-Kürbissuppe ist es, wenn man einen Hokkadio-Kürbis ergattern kann. Diese kleinere, orangerote Kürbissorte kann komplett samt Schale verzehrt werden, da sie beim Kochen weich wird und erspart damit einen großen Arbeitsaufwand. Aus ihm kann man im Ofen auch schöne Pasteten – mit Fleisch oder Gemüsefüllung – herstellen. Da die Schale bei dieser Sorte essbar ist, bringt er seine eigene Verpackung ja schon mit und braucht einfach nur gesäubert, etwas ausgehöhlt, befüllt und gebacken werden.
Ein besonderer Clou für die Halloween-Party
Wenn man keinen Hokkaido nimmt, sondern auf einen normalen großen Halloween-Kürbis zurückgreift, dessen Schale ja nicht essbar ist, wie sie um Halloween/Samhain herum wirklich überall zu bekommen sind, kann man mit einiger Mühe etwas ganz besonderes für das Party-Buffet bereiten. Den „Deckel“ des Kürbisses abschneiden, die Unterseite eventuell etwas abflachen, damit er sicher und gerade steht, dann die Innerein mit den Kürbiskernen entfernen. Wer mag, kann diese säubern, waschen, trocknen und anschließend mit etwas Salz rösten. Mit einem scharfkantigen und stabilen Löffel nun vorsichtig das Fruchtfleisch aus dem Kürbis kratzen, dabei darauf achten die Schale nicht zu dünn werden zu lassen. Eine recht langwierige Aktion, die sich aber lohnt. Nach dem erfolgreichen Zubereiten der Suppe, kann man sie – als Stolz der Tafel – direkt im Kürbisleib als Suppentopf servieren.
Warum ausgerechnet Kürbis zu Halloween – die Legende von „Jack'o'Lantern“
Ursprünglich war es in Irland Brauch die geschnitzten Fratzen zum Fest der Toten/Samhain traditionell aus Rüben herzustellen. Dies geht auf die Legende eines trunksüchtigen Hufschmieds namens Jack zurück, der einen Pakt mit dem Teufel einging und zur Strafe auf ewig mit einer aus einer Rübe geschnitzten Laterne auf der Erde wandeln muss. Nach dem großen Exodus der Iren nach Amerika im 19. Jahrhundert – und einem deutlichen Rübenmangel auf diesem Kontinent – griffen die Einwanderer auf Kürbisse zurück, die heute den Namen „Jack'o'Lantern“ tragen.
Vorsicht Flugkürbis
So einfach – im Gegensatz zu anderen Kürbissorten – man an das Fruchtfleisch des orangeroten Hokkadio auch kommt, es ist immer noch anstrengend genug an das begehrte Innere zu gelangen und ihn in handliche Stückchen zu hacken. Bitte nicht die Geduld verlieren und mit dem Küchen-Hackebeilchen darauf zuschlagen, wie man es immer so hübsch in Kochshows sieht. Auch ein halbierter Kürbis hat noch sehr gute Flugeigenschaften, wenn er unter dem aufprallenden Messer wegflutscht. Also lieber sicher arbeiten und seine Finger auch zu Halloween dran behalten.
Hexen-Kürbissuppe Zutaten
1 kleiner Hokkaido-Kürbis ca. 1 kg (oder ein anderer beliebiger Kürbis)
4-5 große Kartoffeln (ca. 500g)
2 TL Curry
½ – 1 TL Zimt
ca. 1 L Orangensaft (100% -Frucht!!)
ca. 1 L Hühnerbrühe/Gemüsebrühe
Chili, Paprika, Pfeffer, Salz nach belieben
1 große Zwiebel
Olivenöl
1 Becher Sahne oder Cremefine
Pürierstab
Zubereitung der Hokkadio-Kürbissuppe
Die Zwiebel grob hacken und mit dem Öl in einem großen Topf anbraten. Den Kürbis waschen, in zwei Hälften teilen und die Innereien mit dem Kürbiskernen gründlich entfernen. Den Kürbis grob stückeln, kurz mit den Zwiebeln anrösten und dann mit der Brühe angießen. Dann die geschälten und kleingewürfelten Kartoffeln hinzugeben. Den Orangensaft, Curry, Zimt, Salz und die restlichen Gewürze hinzugeben und gar kochen. Mit dem Pürierstab zerkleinern und evtl. weiteren Orangensaft hineingeben. Nochmals aufkochen lassen, die Sahne/Cremefine hinzugeben und mit Chili, Zimt und den anderen Gewürzen abschmecken.
Leckeres fürs Halloween-Buffet
Wer seinen Gästen nicht nur diese köstliche Kürbissuppe vorsetzen will, kann sich ja auch an gebackenem Ogerkopf, Blutbowle, essbaren Fliegenpilzen oder gruseligen Süßspeisen fürs Halloween-Buffet versuchen.
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